Onlinetagebuch zur Expedition durch die rumänischen West- und Südkarpaten

5.Woche

 

Apuseni Nationalpark; Bihor Gebirge; Zarandului Gebirge; Poiana Rusca; Retezat Nationalpark; Lotru Gebirge; Fagaras;  Piatra Craiului Nationalpark 
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Bilder kommen noch 23. September

Es regnete, diesmal hatte ich den Biwaksack ganz geschlossen, so das kein tropfen Wasser hineinlief. Im Regen aufzustehen macht allerdings nicht viel Spaß.

Nachdem Sabine und Axel schon da sind bin ich um 8:00 Uhr nach Simeria aufgebrochen um Karin und Irene zum Zug zu bringen und gleichzeitig den Markus aus der Schweiz, Mona, Martin und Regina abzuholen.

Die Fahrt nach Simeria dauerte länger als geplant, aber wozu gibt es SMS. Als wir angekommen sind, ging ich eben auf den Bahnhof und dann rief mich Markus. Da ich noch am Computer arbeiten wollte, am Lager hatten wir keinen Empfang, habe ich alle ins Kaffee geschickt. ich konnte mich bald anschliessen, weil der Adapter für den Komputer abgefallen war, und ich ihn nicht an die Autobatterie anschliessen konnte.

Nach dem Kaffe verabschiedeten wir uns und mit vollen Wagen ging es zurück zum Lager. Mitlerweile hat sich das Wetter gebessert und für die nächsten Tage ist schönes Wetter angesagt.

Da ich selber noch nicht ins Internet konnte, bin ich diesmal mit dem Landrover losgedüst, und musste tatsächlich 28km bis nach Petrosani fahren um eine Verbindung aufbauen zu können. 28km hört sich nicht weit an, solange man nicht an eine Bergstrasse mit den Serpentinen und den Schlaglöchern denkt. Erst mit der Dämmerung war ich zurück im Lager und konnte noch das lauwarme Abendessen geniessen.

24. September

Ich hate mich dazu entschieden, dass wir den selben Aufstieg ins Lotrugebirge nehmen, wie am Freitag. Nur die Strasse haben wir uns gespart und haben sie mit dem Fahrzeug überbrückt. So waren wir nach ca. 2,5 Stunden schon auf 1900m und hatten herrliches Wetter. Nicht zu heiß und nicht zu kalt. Ab jetzt sollte der Weg über die Bergkuppen gehen. Alle die neu dazukamen klagten über Atemnot. Auf 2000m ist die Luft doch etwas dünner als auf Meereshöhe. Eine Vorbereitung für das fagarascher Gebirge, das in der zweiten Wochenhälfte ansteht.

Auf der Karte sieht es so aus, als ob man nur über runde Buckel läuft. Wenn man aber den 3. Buckel hochläuft geht einem langsam die Puste aus. Als Entlohnung steht man dann unerwartet vor einer Landschaft udn einem Ausblick, die keiner von uns erwartet hat.

Wir finden immer wieder Losungen von Wolf mit Haaren vom Hrisch, vom Wildschwein und von Schafen. Die Losungen der Bären machen deutlich, dass Meister Petz  ähnlich wie wir die Balubeeren bevorzugt.

Der Wind frischt auf und wird immer kälter. Nach der Umgehung eines weiteren Buckels sind alle sehr müde und wir bauen mit drei Tarps eine Art Kuppel die dem kalten Wind die ganze Nacht über trotzen soll.

Problem Wasser. Für 8 Personen benötigt man einige Liter Wasser, erstens für die Suppe, zweitens für den Tee/Kaffee. Thomas, Martin unc ich machen uns auf die Suche der Quelle, die am Hang seitlich ca. 1,5km entfernt angegeben ist. Kaum das wir loslaufen, zieht Nebel auf, und die Sicht sink auf wenige Meter. Sehr ungünstig denn so können wir unter Umständen direkt an der Quelle vorbeilaufen. Nach ca. 20min erkenne ich einen Seitenkamm mit einer Schäferhütte. Gerade rechtzeitig, denn dort finden wir auch Wasser. Der Weg zurück, fast in Dunkelheit und im Nebel war nicht einfach, weil man leicht am Lager vorbeilaufen konnte. Doch wir kamen genau richtig aus und es gab jetzt warme Suppe mit vielen Nudeln.

25. September

Die Nacht war unruhig und kalt. Die ganze Nacht flatterte das Tarp im Wind, der doch recht stark war. Der Morgentau froh am Tarp. Regina, die Kopfschmerzen hatte hat sich erholt, und nach dem Frühstück schien die Sonne. Wir gingen immer weiter nach Osten, wieder an der Quelle vorbei. Dort verstaucht sich Axel den Fuß. Mit Bandage udn fester Shcuhbindung konnte er zwar weitergehen, doch ich machte mir sorgen ob wir jetzt absteigen konnten. Doch Glück im Unglück es ging gut. Wir kamen zwar langsamer voran, aber ich hatte Hoffung, dass wir nicht abbrechen müssen.

Der Wanderweg ansich war ganz leicht zu folgen, obwohl ich nur eine topographischen Karte hatte fanden wir sogar alte Markierungen. Es gab noch eine neue Markierung in Form von Plastkbänder. Erst später entdeckte ich, das dort KTM drauf stand. Das erklärte auch die Spuren von Motorädern die sich teilweise durch die Wiesen gegraben hatten. Zum Ende des Wandertages kamen wir an einer Schäferhütte vorbei, an der wir die zwei einzigen Wanderer begenet sind, die uns entgegen kamen. Wir mussten zum Sattel absteigen, von 2100m auf 1600m. Wir waren gegen 17:00 unten als Axel erklärte, dass er nicht mehr weiter laufen kann. Nun, wir waren halbwegs in den Gebiet, dass ich für das heutige Lager anvisiert hatte. Nur Lagerplatz war auf einer halbwegs frei geräumten Lichtung, die durch einen Windwurf in den Fichten enstanden ist. Wir fanden Wasser, udn bauten die Tarps auf. ich selber ging noch den Weg weiter, da er nicht so leicht zu erkennen war und hoffte, dass ich hoch genug komme um noch eine SMS an Jürgen zu schicken. Ich befand mich auf alten Wanderwegen, sehr schöne sogar, die mich auf 1750. hoch barchten auf eine Kuppe. Dort erwartete ich eine Abzeigen, die ich allerdings nur wegen der KTM Fähnchen fand. Kurz nach 18:00 war ich wieder unten. Ein Rumäne hat ein Lager zwischen den am Gegenhang bezogen. Wohl um aufzupassen, dass niemand das Holz stiehlt. Er schlief neben einem Feuer am Boden und war ausgesprochen Scheu. 

 

26. September

Es ging bzwar kein Wind in der Nacht, aber es hat leicht gefrohren, und es sammelte sich viel Kondenswasser und Morgentau am Tarp.

Kurz nach 9:00 war alles verstaut und wir nahmen den Aufstiegt auf knapp über 2000m in mehrere Etappen in Angriff. Wir kamen gut voran, Axel hatte kaum Probleme und alle hatten wieder Kraft getankt über Nacht. Ein strahlend blauer Himmel am Morgen, aber auf 2000m Höhe pfiff der Wind kalt um die Berge und verdeutlicht den nahenden Winter. Ich hatte gehofft, dass ich eine Abkürzung zu dem Kamm finde, auf dem ich ins Tal und zum Treffpunkt mit Gruia absteigen wollte. Das ging leider nicht, weil die Bergseite zu steil war um sie queren und voller Latschenkiefer, Blaubeeren und Wacholder. Also mussten wir auf dem Wanderweg den Berg umgehen. gegen Mittag merkte ich deutlich, dass sich die Anstrengung in der Gruppe bemerkbar machte. Gegen 13:00 waren wir dann trotzdem auf dem Sattel, von dem der Abstieg beginnen sollte. Allerdings mussten ich eine Alternative Route nehmen, da der angedachte Weg nicht erkennbar war. Ab jetzt wurde der Weg deutlich schwieriger, und es ging nur langsam voran. Ich hatte dem Jürgen mittlerweile eine SMS geschickt, dass wir zwischen 14:00 und 15:00 auf der Forststrasse ankommen sollte, und eine zweite SMS, dass es später wird. Die Handyverbindung war leider sehr schlecht. So schön die Aussicht ist, so schweirig waren die Querpassagen am Hang durch Gestrüpp. Ich ging meistens voran und suchte einen halbwegs machbaren Wildwechsel. Die Erschöpfung machte sich immer deutlicher bemerkbar, auch als wir auf Schafalem ankamen.Von hier sollte der Weg durch den Wald recht steil berab gehen. Den Weg hatte ich bald gefunden und es wurde zunächst etwas leichter. Jetzt ging es nur noch darum so schnell wie möglich auf die Strasse zu kommen und Gruia mit dem Wagen zu treffen. Bis zum Lager sind es auf der Forststrasse vom Treffpunkt noch 15km. Das wäre zu weit. Es waren mehrere Wege nach unten vorhanden. Wir nahmen eine und kamen auf einen Waldarbeiterweg, der in einem Bach zur Strasse führte. Der Bach war frei aber rutschig und für ungeübte steil. Ich war als erster unten. Dort reagierte Shira direkt und ich sah ganz frische Reifenspuren. Vermutlich war Gruia schon hier und hat usn gesucht, weil wir ca. 2 Stunden später unten waren als geplant. Ich bin noch zweimal den Bach wieder hochgelaufen um die Rucksäcke von Regina und Mona zu nehmen. Sabine war mit den Hunde ebenfalls recht shcnell unten und wusch sich im kalten Bachwasser die Haare. Thomas baute Trittsteine über den Bach.

Den Markus habe ich die Strasse runter geschickt um Gruia zu zeigen wo wir sind. Ich bin dann selber ebenfalls runter gelaufen. Es waren gute 4km bis zumr Treffpunkt, doch Gruia war nicht da. Zusätzlich fing es an zu regnen. Ich bat Markus hier zu warten, vielleicht kam Gruia bald aus einem anderen Tal zurück. Da ich skeptisch und verärgert war, machte ich mich auf dem Weg zum Lager und hoffte irgendwann wieder eine Handyverbindung zu bekommen. Als ich laut GPS noch ca. 7km entfernt war (Luftlinie), kam mir Jürgen im Renault entgegen. Gruia hat zwei Stunden gewartet und ist in die Täler gefahren und dann wieder zum Lager, weil er uns nicht gefunden hat. Das war natürlich der größte Unsinn den er machen konnte, und zume rsten mal war ich ziemlich am kochen. Jürgen ist dann hoch und hat soviel abgeholt wie möglich. Wegend er schlechten Strasse konnte er nur sehr langsam fahren, dann werden selbst 15km sehr lang, zumal es dunkel wurde. Ich machte 20min Pause, aber mir wurde kalt udn so ging ich weiter. Irgendwann kam Jürgen zurück und fuhr weiter zum Lager. Jetzt war es fast ganz dunkel und Markus, Thomas udn Martin liefen in einer Gruppe ca. 5km hinter mir dem lager entgegen. Als ich noch ca. 3,5km vom Lager entfernt war kam Jürgen zurück, jetzt mit dem Landrover, dass ging dann etwas flotter. Auf jeden Fall war ich selber jetzt müde, hatte nochmals eine Tagesstrecke auf einer harten Forststrasse zurückgelegt und ich spürte jede Schritt. Ich gelaube ich habe nur 2min gebracuht um eine ganze Tafel Nussschokolade zu verschlingen. Wir gabelten noch die drei Anderen auf und fuhren zum Lager zurück. Dort stellte sich heraus, dass Jürgen in der Hektik den Landrover für den Transport  frei zu bekommen beim Rückwärtsfahren eine Primusbenzinflasche überfahren hat. Die war nun arg verbeult. Ich wusch dem Gruia jetzt noch den Kopf, warum er nicht auf uns gewartet hat, denn dann wären wir alle bei Tageslicht unten gewesen. Alle waren wirklich erschöpft udn ich entschied schon am Abend, das wir morgen einen Ruhetag einlegen werden.

Bilder kommen noch 27. September

In der Nacht bin ich die ganze Strecke nochmals gegangen. Das ist eine Art von meinem Körper die Belastung zu verarbeiten. Das bedeutet allerdings auch, dass ich nicht gut schlafen konnte. Es war bewölkt aber die Stimmun besserte sich und ich plante eine neue Route. Alle waren ziemlich froh über diesen Pausentag. gemütlich packten wir das Lager zusammen und machten usn auf den Weg in die Ebene nördlich vom Fagaras. Von dort möchte ich morgen zur Negoiu Hütte aufsteigen und am Freitag bis nach Balea Lac wandern. Allerdings verschlechtert sich das Wetter, es regnet und die Wolken hängen tief. Es ist allerdings nicht sehr kalt. Ich bin noch skeptisch, ob wir morgen in die Berge wandern werden, denn bei dem Wetter, werde ich keine 2300m Passage im nassen Felsgestein wagen. Das ist eine Entscheidung die ich abwer erst morgen treffen werde.

 

28.September

Das Wetter blieb schlecht und wir sind auf ca. 500m Höhe in den Wald gegeangen. Ich wollte mir mehrer kleine Waldabschnitte, Täler und Kämme ansehen. Gemütlich marschierten wir los und wurden auf der Forststrasse von einem Forstarbeiter angehalten, dass wir hier nicht sein sollten weil irgendeine wichtige politische Delegation hier heute her kommen würde. Er meinte dann noch, dass wir im Wald bleiben und über die Kämme in einem anderen Tal wieder absteigen sollen. Das hatte ich eh vor.

Der Wald entpuppte sich bald zu einem Forstwirtschaftlichen Musterwald in dem nicht nur sehr Artenreich war sondern auch alle Alterstufen der verschiedenen Baumarten vorhanden waren. Ich machte den Tag zu einem Exkurionstag und konnte auch Gruia einige Dinge zeigen und erklären.

Wir fanden viele Spuren von Hirsch und Wildschwein, und ich hatte die grosse Hoffung, dass wir auch mal einen Bärenabdruck finden, da der Boden sehr weich war. Zunächst fanden wir nur Losungen, doch dann an einer Pfütze auch die Bärenspur. Wir kamen wirklich nur gemütlich voran, weil es vieles zu sehen gab, wie Schlafstätten und Bäume an denen man die Schlammspuren von Wildschweinen und sogar Haare der Bären finden konnte.

Wir gingen auf die Forststrasse runter um jetzt auf der anderen Seite den auf den Kamm zu klettern. Dann kam der Anruf vom Jürgen, dass wir nicht in dem besagten Tal runter kommen sollten, weil wichtige Persönlichkeiten hier heute anreisen. Ich konnte Jürgen wegen der schlechten Verbindung kaum verstehen. Wir gingen also auf dne nächsten Kamm hoch als es zu regnen begann. Im Wald hat es wenig gestört, aber alle Büsche und junge Bäume waren halt nass. Von hier sollte ein Weg ins nächste Tal über den Kamm runter führen, Als wir halb unten waren, merkte ich, dass wir auf einem Seitenkamm sind und genau dort runter kommen würden, wo wie nicht sein sollten. Also wieder rauf und den nächsten nehmen. Jetzt wurde es heute doch anstrengeder als geplant. Wir fanden einen weiteren Pfad. Er war strckenweise nicht leicht und als wir unten waren, waren wir wieder genau dort wo wir nicht sein sollten. Jetzt war es mir egal. Im Tal trafen wir ein paar Förster sonst niemanden.

Zurück am Auto, erzählt mir Jürgen, dass hier alles abgesperrt wurde und dann zwei Busse mit internationalen Gästen kamen und überall wichtige Aufpasser herumliefen. Ich sollte mich am nächsten morgen bei der örtlichen Forstbehörde melden.

29. September

Kurz nach 8:20 kam ein Förster vorbei und sagt uns, dass sein Chef auf uns in der Forstbehörde in Avrig wartet. Gruia, Antonio und ich fuhren hin. Ich habe mir noch schnell die Haare gewaschen und eine saubere Hose angezogen. Dort angekommen mussten wir ein paar minuten warten, dann wurden wir zum empfangen. Der Forstbeamte sprach sehr freundlich mit uns und sagt, dass er von unserer Anwesenheit nichts wusste. Ich bekam das Gefühl, dass er aber auch nicht wusste wie er uns einschätzen sollte, weil ich ihm erklärt hatte, dass ich von der Forstverwaltung in Bukarest unterstützt werde. Er hat uns dann noch erklärt, dass er gerne einen lokalen Förster mitgeschickt hätte. Er erwartet, dass ich dafür sorgen, dass sein Chef in Sibiu ein offizielles Dokument o.ä. bekommt. Das habe ich ihm zugesagt und ihm erklärt, dass wir nur wegen des schlechten Wetter kurzfristig umplanen mussten udn deswegen hier unten und nicht oben in den Bergen auf dem Wanderweg sind.

Ich rief Mihai Zota von der Nationalparkverwaltung an und kurze Zeit später rief er zurück, dass in Sibiu mein Erscheinen offiziell bekannt gegeben worden ist.

Also konnten wir loswandern und weil das Wetter noch immer sehr schlecht war, sind wir weiterhin durch die unteren Wälder bis zur Strasse die zum See Balea Lac führt gewandert. Diesmal machte ich eine Art GPS Kurs und nach einigen Meter durch schlammige Wege sind wir auf die Forststrasse ausgewichen und fanden den ganzen  Tag sehr viele Bärenspuren und Losungen, dazu noch Spuren vom Dachs, Wildschwein und Hirsch.

Heute hatten wir eine gemütliche Wanderung und kamen am Ende noch vor dem Backup Team im Zielgebiet an. Jetzt ging es nur noch Barfuss durch den Bach und dort bauten wir das Lager auf.