Onlinetagebuch zur Expedition durch die rumänischen West- und Südkarpaten

4.Woche

Apuseni Nationalpark; Bihor Gebirge; Zarandului Gebirge; Poiana Rusca; Retezat Nationalpark; Lotru Gebirge; Fagaras;  Piatra Craiului Nationalpark 
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16. September

Schon um 4:45 musste ich aufstehen und habe die Anderen geweckt. Carina, Matthias und Jürgen mussten um 7:30 am Banhof in Petrosani sein. Also Abfahrt vom Lager um 6:00.

Um 10:12 sollte der Zug mit Thomas und Irene ankommen. Doch sie kamen erst um 12:45.

Nachdem wir wieder am Lager waren hab eich mich gleich an den Rechner gesetzt um Bilder und Tagebuch zu bearbeiten. Das wollte ich eigentlich schon in Petrosan machen, war aber so müde, dass mir die Tastatur vor den Augen verschwommen ist. So hab eich ein ruhiges Plätzlichen gesucht und versucht zu schafen.

Also zurück am Lager konnte ich mich an die Arbeit machen, allerdings konnte ich nichts ins Internet hochladen, weil die Verbindung zu schlecht war.

Hallo,

zusammen mit Irene bin ich (Thomas) am Mittag gut aus Hamburg in Petrosani angekommen. Peter hat  uns in gewohnter Zuverlässigkeit und Herzlichkeit am Bahnhof in Empfang genommen und uns zum Lager gefahren – traumhafte Lage auf einer schönen Wiese im Wald! Die Reise im Nachtzug von Wien war –zumindest für uns ältere Semester- schon ein Abenteuer für sich und wir waren froh, als wir mit nur 3 Stunden Verspätung unser Ziel erreicht hatten.

17. September

Von unserem schönen Lager konnten wir starten und folgten einer Forststrasse in den Wald. Eigentlich sollte ein Pfad über den Kamm in die Berge führen, doch der sehr steil. So gingen wir nach Besichtigung eines kleinen Wasserfalls direkt den Hang durch den Wald hoch. Das war allerdings auch nicht besser. Nach 2 Stunden kamen wir endlich auf einem Weg an, der gut aussah, aber wie wir bald merkten nicht in die richtige Richtung führte. Also zurück und auf einen fast unsichtbaren Weg auf dem Kamm hoch. Von 1000m bis auf 1700m. Nachdem wir die Waldgrenze überschritten haben mussten wir den richtigen Pfad durch die Blaubeeren und Latschenkiefern finden. Es gab viele Pfade, weil die Einheimischen hier Blaubeeren pflücken. Laut Karte gab es eine alte Schäferhütte auf 1500m mit Quellen. Dort kamen wir gegen 18:00 an und bauten oberhalb unsere Tarps auf. Als icj den Kocher angeworfen hatte fing es an zu regnen und ein kühler Wind zerrte an den Tarps.

Thomas erzählt:

Es ging gleich ohne Schonzeit für uns Neulinge mit Gepäck für drei Tage los; am Anfang der Tour stand auch noch ein steiler Anstieg quer durch den Wald, für den wir mehr als 2 Stunden benötigt haben. Das hat viel Kraft gekostet! Auch der übrige Weg gestaltete sich teilweise schwierig. So waren wir dann froh, als wir 8 Stunden unseren ersten Rastplatz erreicht hatten. Er lag sehr schön oberhalb einer verlassenen Hüttengruppe mit herrlicher Aussicht auf die Berge, die uns am nächsten Tag erwarteten. Leider zog schon bald Regen auf, der die ganze Nacht anhielt. In der Nacht waren mehrfach röhrende Hirsche zu hören.

18. September

Es regnete fast die ganze Nacht, aber nur leicht. Am früher morgen konnten wir das Spiel der Sonne mit dem Nebel und den Wolken beobachten. Zwischendurch hatte wir immer wieder Sicht übe rdie bewaldeten Hügel und Wälder. Heute müssen wir bis zum markierten Wanderweg kommen, der vom Retezatgebirge runter kommen sollte. Wir fanden Wolfs- und recht frische Bärenlosungen, wir fanden auch einen Weg, der mit der Karte übereinstimmte, nur fehlte jegliche Markierung. Der Weg war recht leicht zu folgen, da er durch Almweiden ging und im Prinzip dem Kammverlauf folgte. Nach 16:00 wurde es immer kühler und dicke dunkle Wolken folgten uns. ich befürchtete, dass wir bald im nasskalten Regen wandern würden, und so entschied ich, dass wir ca. um 17:00 unser Lager aufschlugen, direkt neben einigen Wasserlöcher und einem kleinen Bach. Das Wasser war wegen der genutzten Schafweide nicht perfekt, aber unser Filter verwandelte es in trinkbares Wasser.  Abgesehen von einem kurzen Sprühregen, hatten wir aber Glück, dafür wurde es so nebelig, dass man kaum 30m weit sehen konnte. Wir lagerten mitten auf dem Weg, da es dort eben war.

Thomas berichtet:

Zum Frühstück gab es wieder eines der bekannten Highlights von Peters Touren: Müsli in Pfefferminztee! Damit starteten wir vergnügt in die neuen Tag. Wegen des noch leichten Regens und des Wassermangels wurde die Morgenwäsche sehr verkürzt, aber das konnten wir verschmerzen. Schon um 8.40 Uhr starteten wir auf einem Weg in den Wald.

19. September

Kein Regen die ganze Nacht, aber der Neben kroch fast bis in die Schlafsäcke. Die Temperatur sank auf ca. 7°C.

Es dauerte eine Weile, bis die Sonne die Nebelfeldr aufgelöst hatte. Unser Plan war, dem Weg bis nach Vulcan zu folgen, doch mussten wir dafür lange seitlich am Hang gehen. Das war für Irenes Fußgelenke zu viel. Der Weg war eh nicht zu finden. Wir haben auf der gesamten markierten Strecke ganze 2 Markierungen gefunden. Ich entschied mich dafür, dass wir früher vom Berg ins Tal gehen. Das sind noch immer 500mm Abstieg nach Lupeni. Ich teilte Gruia, der uns abholen sollte mit wo wir ungefähr in Lupeni runter kommen werden. Da Irene nur noch sehr langsam gehen konnte, bin ich vorgeeilt um Gruia den Weg zu zeigen. Allerdings war er schon auf der Suche nach uns und es dauerte gute 10 Minuten bis er bei mir war. Mittlerweile waren alle anderen auch unten und so fuhren wir ins Lager.

Allerdings fuhr Gruia nicht in die Richtung, in der ich das Lager geplant hatte. Ich wollte Petrosani südlich umgehen und Gruia fuhr direkt durch Petrosani. Jürgen hat ausversehen das Wochenendlager angesteuert, und so hatten sie ein Lager fast dort aufgebaut, wo ich erst am Freitag ankommen wollte. Sie waren wegen der Funkverbindung nur etwa 10km unterhalb. Nun denn, so werde ich die Route für die folgenden Tage umgestalten.

Unser Lager ist auf der Strasse zum See Vidrei, zwischen dem Lotru Gebirge im Norden und dem Parang Gebirge im Süden.

Wir lagerten direkt an einem breiten Bach. In der Dunkelheit war ich Abends nochmal am Wasser, damit Shira etwas trinken konnte. Auf der anderen Uferseite sah ich ein Tier entlanglaufen, dass einem Wolf sehr ähnlich sah, sich auch sehr ähnlich scheu verhalten hat. Ich habe die Stadtwölfe von Brasov schon oft am Bachufer durch die Stadt laufen sehen. Dieses Tier bewegte sich ähnlich, und als es sich entdeckt fühlte rannte es schnell weg. Da meine Kopflampe für diese Entfernung nicht stark genug war, konnte ich leider nicht genau erkennen, ob es ich nur um einen scheuen Hund gehandelt hat oder tatsächlich um einen Wolf.

20. September

Ich wollte in dieser Nacht meinen Biwaksack ausprobieren. Gegen 6 Uhr morgens fing es auch an zu regnen. Es war lauschig warm und trocken. Ich habe meinen Schlafsack und auch den Biwaksack immer offen und nutze ihn wie eine Decke. Das sollte sich bald rächen. Denn irgendwann fühlte ich es auf der Isomatte unter meinem Schlasack plötzlich kalt und feucht an. Der Regen ist auf der Isomatte unter den den Biwaksack und den Schlafsack geflossen. Schnell packte ich alles zusammen und legte mich unter das Tarp, dass wir am Abend am Landrover aufgebaut hatten.

Die heutige Wanderung sollte zu den Seen im Pangragebirge führen. Da wir nicht das vorgesehene Lager hatte wählte ich einen anderen Weg. Blauer Punkt. Steil ging es nach oben, fast 800m Höhenunterschied. Es war derartig Schwül, dass man schon im stehen schwitzt. Irgendwann, kamen wir an ein verlssenes Schäfercamp und der bisher gut markierte Wanderweg war verschwunden. Blöderweise, kam Nebel auf und ich konnte auch kaum erkennen, wo wir denn weiter müssen. Also gingen wir auf den Kamm vor uns. Dort sollten wir auf einen anderen aber schlecht markierten Weg stoßen. Ich musste immer ein wenig abwarten bis ich Sicht hatte, da ich auf der karte keine GPS Koordinaten hatte und vor uns lauter Latschenkiefern den Weg versperrten. Im Nebel würden wir kaum einen Pfad durch dieses Dickicht finden. Einmal mussten wir umdrehen. Dann fand ich einen Druchlass und wir kamen in einen super schönen Kessel unterhalb der Felsen, mit goldenem Grass und einigen grünen Latschenkiefern bespänkelt. Es war so schön, in dem Moment hatte wir gerade Sicht, dass wir uns spontan entschieden hier zu bleiben, auf ca. 1930m Höhe. Alles über 2000m war in dicken Wolken gehüllt. Ohne Sicht, und ohne Weg wollte ich nicht über die glitschiegen Steine über die Steil abfallenden Gipfel steigen. Wir bauten schon um 15:00 usner Tarplager auf, und wolltend ann in zwei Gruppen herausfinden, ob es einen anderen Weg zu den Seen gibt. Antonio und Karin sind los um den eigentlichen Weg zu suchen. Thomas und ich sind los um einen dirketen Weg über die Almwiesen und um die Felsnasen herum zu finden. Thomas und ich endeten im Gestrüpp als es anfang zu regnen. Schon bald konnte man kaum noch 20m weit sehen. Schon vorher machte Thomas die Bemerkung, dass man sich hier sehr leicht verlaufen kann, wenn es nebelig ist.

Darüber machte ich mir weniger Gedanken, ersten habe ich Shira dabei, die uns zurückführen würde udn zweitens ahbe ich ein gutes Orientierungsvermögen. Wir kamen auch ohen Umwege wieder zurück. Bei Antonio und Karin sah die Sache etwas anders aus. Erst gegen 18:30 kamen sie patsch nass zurück.Karin erzählt, das sie in einen Bach gefallen ist. Ein Schneefeld habensie oben auf dem Berg passiert und einen See haben sie gesehen. Sie sind im nebel an unserem lager vorbeigelaufen und kamen weiter unten auf den Weg, den wir vorher hochgekommen waren. Erst dort erkannten sie den Fehler. Es regnete den ganzen Abend bis in die Nacht. Um Zähne zu putzen etc. bin ich im dunklen nochmals raus und habe mich keine 10m vom Lager entfernt. Vom Lager war absolut nichts mehr zu erkennen. Eine unbedachte Drehung und man würde sich unweigerlich verlaufen und ohne es zu merken 2 m am Lager vorbeilaufen.

21. September

Es regnete am morgen wieder, es waren ca. 6°C. Da wir uns entschieden haben bei dem Wetter und ohne Sciht nicht zu den Bergseen zu wandern mussten wir wieder runter und hatte daher viel Zeit. Erst gegen 7:30 ging ich in Sandalen das Teewasser holen. Das Nasse Gras wirkt wie ein Fussbad, uns solange ich mich bewege werden die Füße auch nicht kalt. Zurück am Lager steckte ich die Füße wiedr in den Schlafsack und wir machten uns gemütlich ans Frühstück. Erst recht spät, nachdem es aufgehört hatte zu regnen hatten wir die Sachen gepackt und machten usnauf den Weg ins Tal. In der Nähe eines Schäfercamps fand Shira noch eine Wolfslosung und einige Knochenreste die erst kürzlich abgenagt wurden. Schade, dass das Wetter nicht mitspielte und wir dieses schöne Gebirge nicht länger erleben konnten.

Gegen 15:00 waren wir am Lager am Westende vom See Vidrei. Stellenweise sieht es hier aus wie in Kanada.

22. September

Ich habe heute meinen Biwaksack neu getestet und die ganze Nacht im Regen im Freien geschlafen. Es war super warm und es blieb trocken im Schlafsack.

Erst gegen 10:00 sind wir wegen dem schlechtem Wetter aufgebrochen um das erste Stück des Lotru Gebirge in Angriff zu nehmen. Wir sind fast 10km in einem immer schöner werdenen Tal gewandert bis wir auf 1700m Höhe waren. Jetzt musten wir noch auf ca. 1900 rauf auf die Almwiesen. Ein kalter WInd blies uns um die Ohren und so sind wir nicht sehr lange oben geblieben. Schön war es trotzdem und wir haben Bärenlosungen gefunden und eine Losung von einem Fuchs mit Rotwildhaaren drin. Er hat wohl ein Wolfsriss gefunden und sich dort bedient. Ich habe inige male geheult, aber ohne Antwort zu bekommen.

Der Abstieg sollte auf einem Weg erfolgen, der aber nicht zu finden war. So ging es mal wieder quer druch den Wald, bis wir auf eine matschige Forststrasse kamen. Wir brauchten noch eine ganze weile, bis nachdem wir wiedr am See angekommen waren um bis zum Lager zurückzulaufen. Die Wanderung wurde somit viel länger als geplant. Jürgen war die ganze Zeit am Lager und konnte nicht wirklich weg. Gegen Nachmittag kamen Sabine und Alex mit ihren Hunden im eigenen Auto an.