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Onlinetagebuch zur
Expeditione durch den Karpaten-Alpen-Korridor
4.Woche
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Slowakei |
Österreich |
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21.Mai Nach dem Frühstück sind Jürgen und ich losgefahren um uns einen
ersten Eindruck von der March, dem Grenzfluss zwischen der Slowakei und
Österreich anzusehen. Wie kommen wir dort hin, wo können wir am besten
durchschwimmen. Das ist die Aufgabe für Dienstag.
Schnell wird klar, mit Bergschuhen kommen wir durch das Auenland der
March nicht trockenen Fußes bis zur March. Die Wege stehen teilweise noch
fast Knietief unter Wasser.
Die Zeit wird knapp, und wir müssen noch nach Bratislava um dort Ulrike
mit ihrem Hund Lorenzo vom Bahnhof abzuholen.
Pünktlich kommt Ulrike an und wir sind gegen 14:30 zurück am Lager.
Birgit die weitere Teilnehmerin aus Sachsen ist mittlerweile schon
angekommen. Birgit war schon im Januar mit ihrem Mann Rolf bei der
Feldarbeit in Rumänien dabei.
Wir sind also vollständig und genießen noch den Abend. |

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22.Mai Glas klar war die Luft in der Nacht. Ganz anders, als wir aus
unseren Schlafsäcken krochen. Dicke Nebenschwaden überall und recht kühl.
Weil es so frisch ist, waren wir schon kurz nach 8:00 fertig, gefrühstückt,
gepackt und alles waren in Aufbruchstimmung, während ich noch Brot Wurst und
Käse in den Rucksack warf. Das heutige Ziel, die Ebene westlich von Stupava.
Laut Wanderkarte über 7 Stunden zu wandern.
Noch für 8:30 sind wir los, durch den völlig neblig dunklen Wald.
Aussicht war gleich null. So ging es den gesamten Vormittag. War es die
feuchte und kalte Luft die alle motiviert haben zügig zu gehen? Wir waren
recht schnell.
Im Nebel haben wir ein Reh gesehen. Erst als wir unter 300m waren, kam
die Sonne raus und es wurde warm. Am frühen Nachmittag haben wir dann noch
Dammwild mit einem Jungtier beobachten können.
Schon um 15:30 waren wir in Stupava, während Hans und Jürgen noch auf der
Suche nach einen geeignetem Lagerplatz waren. Der war am Ende ca. 1,7km
westlich von Stupava auf einer Wiese, mit ganz vielen Mücken.
Am Abend bin ich dann noch mit dem Landrover zur March gefahren. Ich
wollte abschätzen wie lange wir laufen müssen, und wie denn die March
aussieht. Dazu bin ich diesem mal dem Wagen durch die überschwemmten Wege
gefahren.
Morgen wird es lustig und nass kalt. |






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23.Mai Die March. Ich bin schon früh wach, die Erkältung ist am abklingen
aber dafür sind jetzt die Nebenhöhlen nicht frei. Ist egal. Christina,
Leonard, Ulrike und Birgit haben sich entschieden mit mir die March zu
durchqueren. Wir frühstücken und schon um 8:30 ist alles verpackt und
verstaut. Wir haben nur die notwendigsten Sachen gegen Mücken und zum laufen
dabei. In Sandalen geht es los ca. 6km durch die Marchauenlandschaft. Erst
um 12.Uhr können wir rüber, so haben wir viel Zeit. Wir wandern durch
Schlamm und überschwemmte Wege. Im Wasser finden wir Urzeitkrebse und Viele
Fische die uns um die Beine schwimmen. Blutegel gib es auch. Das letzte
Stück ist auf trockenem Weg und wir kommen um 10:45 an die March, wo gleich
der Mückenalarm anschlägt.
Jetzt heißt es warten, Jürgen uns Hans sind auch eben gerade angekommen.
Um 11:30 signalisiert mir Michael Proschek vom WWF Österreich, dass alle da
sind und ich bespreche den Startpunkt und die Stelle an der ich möglichst
ankommen soll. Die Strömung der March ist nicht unerheblich ca. 50m breit.
Wir haben die Idee, unsere Sachen in einen Beutel zu tun und am Ende
rüberzuziehen. Ich hake mir die Schnur (wir haben ca. 80m) am Karabiner ein.
mache mich nass und falle dabei fast in die March. Um 12:14 steige ich in
das kalte Wasser und schwimme los. Zunächst habe ich das Seil fast zwischen
den Beinen, kann mich aber schnell befreien. Bis zur Mitte der March komme
ich gut voran, merke aber deutlich den Zug des Seiles in der Strömung.
Ich schätze gerade ab, ob ich das Ziel so erreiche, als ich nicht mehr
weiter schwimmen kann und schnell von der Strömung mitgerissen werde. Das
Seil hängt fest. Viel Zeit bleibt mir nicht und en Blick zurück zum Ufer ist
nicht hilfreich. Also muss ich den Karabiner lösen, was nicht ganz leicht
war mit einer Hand rückwärts greifen und den erst den Zug aus dem Seil
nehmen um den Karabiner überhaupt los zu bekommen. In der zwischen drückt
mich der Fluss weiter Abwärts. Endlich kam ich los und konnte weiter
schwimmen. Den Zielpunkt konnte ich aber jetzt nicht mehr erreichen,
außerdem hat diese Aktion Kraft gekostet.
Ich kam ca. 20m unterhalb ans Ufer ziemlich außer Atem. Die Anderen waren
mittlerweile im Wasser und kamen rüber. Der Sack mit unseren Sachen schwamm
langsam Flussabwärts, keiner hatte die Leine mitgenommen. Leonard war noch
nicht ganz da und ist nochmals rüber um die Sachen zu retten. Allerdings
musste Hans ihn jetzt auf der anderen Seite abholen.
In der Zwischenzeit bin ich zu den Kinder mit ihren wunderbaren Masken
für einige Bilder und habe die ersten Fragen beantwortet. Dann konnte ich
mich endlich umziehen. Auf der Pressekonferenz ging es um die Bedeutung der
Marchregion und um die Verantwortung den Korridor zwischen den Alpen und den
Karpaten wieder herzustellen.
Interessant war, dass uns der Vizebürgermeister von Marchegg erzählt hat,
dass vor 4 Jahren ein Bär die March überquert hat.
Das ORF Fernsehteam hat unsere weitere Wanderung noch bis zum Abend
verfolgt und Christina, Ulrike und mich interviewt. Die Sendung wird am
11.Juni im ORF "Schöner Leben" ausgestrahlt, und danach noch auf 3 Sat.
Wir Lager heute auf dem Gelände vom Barockschloss
Schlosshof. |
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24.Mai Heute sind wir 20 Kilometer auf einem Damm neben
einem Seitenarm der Donau, gewandert. Wir haben aber leider nur Spuren von
Rehen, Hirschen und Hasen gesehen. Teilweise wurden wir von Mücken gebissen
und abends kamen wir an dem Jugendlager an, unserem Ziel der heutigen
Wanderung. Dort haben wir noch gegrillt und bekamen riesige Zelte zur
Verfügung gestellt. (hier schreibt Christina)
Der Tag war wenig ereignisreich. Wir haben zwar etliche
Hasen und Rehe gesehen. Wir sind zunächst dem Damm entlang der March und
später der Donau gefolgt bis nach Eckertsau. Der harte Bode auf dem Damm hat
unsere Füße nicht geschont. Dort waren wir eingeladen im Jugendlager zu
übernachten, in riesigen Zelten. Es gab Grillwürste und am Abend habe ich
mich 20min zu den Jugendlichen gesetzt und ein wenig über Bären, Wölfe und
Luchse erzählt. |


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25.Mai Heute am Morgen war irgendwie der Wurm drin. Sonst haben wir alles
schon gepackt vor 9:00. Heute war eigentlich viel weniger zu tun und um 9:00
waren wir noch immer nicht fertig. Dafür standen schon zwei Journalisten
bereit. Der Chefredakteur von der Jägerzeitung Hubertus kam bis zum
Fährenhaus an der Donau mit. Wir hatten sehr interessante Gespräche auf dem
Weg. Stehen bleiben konnte man nicht, wenn man nicht von Mücken aufgefressen
werden wollte.
Mit einer kleinen Fähre sind Christina, Leonard, Birgit und ich mit Shira
über die Donau gebracht worden. Auf der anderen Seite sind wir nach Haslau
auf den Ellender Wald gestoßen. Ein Wald der fast komplett mit diversen
Jagdgehegen abgezäunt war. Wir wussten, dass es eine Passage gibt, die sogar
von Hirschen genutzt wird. allerdings war es nicht einfach diese zu finden.
Fast 1 Stunde sind wir dann zwischen den Zäunen bis auf die andere Seite
gewandert und bei Arbesthal ausgekommen, direkt vor der Autobahn A4.
Hier stellt sich die Frage wie man diese jetzt über oder unterqueren
kann. Wir haben eine Unterführung die für uns geeignet ist gefunden. Ob die
von Wildtieren genutzt wird ist fraglich, schon alleine wegen der völlig
veränderten Akustik.
Hans und Jürgen haben mittlerweile einen Lagerplatz
gefunden ca. 1km südlich von der Autobahn neben einen Windpark und
Weinstöcken. |



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26.Mai Es rauschte die ganze Nacht. Jürgen dachte immer, es wäre schon
morgen und ich hätte schon den Kocher für den Tee angeworfen. Nein es waren
die Windräder, unter denen wir lagerten.
Mit unsere Rucksäcken machten wir uns auf den Weg um den letzen Abschnitt
der Karpaten, das Leithaugebirge westlich von Neusiedler See zu durchqueren.
Zunächst mussten wir noch ein paar Kilometer durch die Eben, und einen Kanal
Barfuss durchqueren.
Auf der Dorfwiese von Sommerein haben wir unsere Mittagspause eingelegt.
Mit einer glücklichen Eingebung habe ich in dem Sparmarkt nach einem
Mückenabwehrendem Gebräu geschaut und bin tatsächlich fündig geworden.
Dann ging es ab in den Wald, zwei Schritte und wir bewegten uns auf einem
fliegenden Teppich bestehend aus Moskitos. Wer stehen bleibt hat Pech
gehabt. Anfang ging es auf Forststrassen bergan. Als wir oben waren, kamen
wir zur Quelle des Baches und mussten das Wasser auffüllen. Um halbwegs
sauberes Wasser zu bekommen, durch das nicht vorher schon eine Horde
Wildschweine getrampelt ist, musste ich ein wenig graben und dann
tropfenweise mehrere Liter Wasser abzufüllen. Sehr amüsant, mit den
Moskitos, während ich mit einer Hand die Flasche in richtiger Position halte
und mich nicht bewege wetzen sich die kleinen Vampire ihre Saugrüssel.
Dann nehme ich eine Abkürzung, über den Kamm. Eine sumpfige völlig
zertretene Wildschweinautobahn. Wir stellen fest, dass es pro Kubikmeter
Luft noch eine Steigerung der fliegenden Rüsseltiere gibt.
Gegen 16:00 finden wir eine kleine Wiese, zum Lagern. Doch Christina und
ich gehen noch bis zur Franz-Josef-Warte. Ein viel schönerer Lagerplatz mit
Aussichtsturm. Wir ziehen um. Während Leonard und ich unterm Tarp schlafen
wollen, schlagen Ulrike, Birgit und Christina ihre Schlafplätze oben im Turm
auf.
Die Durchquerung von der Donau bis ins Leithagebirge ist für Wildtiere
nicht einfach. Ersten ist der Eellender Wald, fast komplett abgezäunt,
zweitens stellt die Autobahn A4 zischen Wien und Bruck eine Barriere dar,
die kaum zu überwinden ist. |



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27.Mai Es regnete und stürmte fast die ganze Nacht. Ich wollte endlich mal
den Biwakschlafsack testen und habe mich zur Hälfte in den Regen gelegt.
Hielt dicht. Um 2:30 drehte der Wind und ich musste das Tarp auf meiner
Seite runter ziehen und neu spannen. Die Nacht war eher unruhig und die Böen
knallte richtig ins Tarp.
Das Wasser war knapp und ich konnte ca. 2 Liter Wasser vom Tarp in der
Nacht zu sammeln. Schmeckte etwas komisch. Wasser mit Tarp-Geschmack.
Die Mücken kamen wieder mit dem ersten Schritt in den Wald. Wir wanderten
los und der Weg ging praktisch gerade wie ein Strich durch die Landschaft.
Rauf und wieder runter um gleich wieder rauf zu dürfen.
Um 12.30 kamen wir an den nächsten Aussichtsturm "Buchkogel". Gerde
wollen wir eine Pause machen, da kam die SMS, dass das heutige Basislager in
einer Grotte ist an der Kürschner Grube, nur noch 2km entfernt. Allgemeine
Erleichterung, nur noch ein kurzes Stück.
Es ist wirklich eine Grotte, eigentlich eine super Lager mit Feuerplatz.
Leider mitten im Wald fast ohne Netzverbindung, ohne Wasser und ohne
Aussicht in einem Meer von Moskitos.
Christina und Leonard bringe ich noch heute zum Flughafen, hole dabei
Christa ab. Sie kommt gerade aus Rumänien und durch sie bin ich auf Jürgen
und Hans gestoßen.
Auf dem Weg zurück in den Wald treffe ich noch Rolf und seinen Sohn
Stephan, die Birgit mit dem Wagen abholen wollten. Der Weg durch den Wald
zur Grotte ist lustig und irgendwo verfangen sich unsere Haselnussstangen in
einer Liana und werden vom Dach gerissen. Außer Geklapper merken wir nichts.
Erst am Lager fällt es dem Hans auf, dass die Stangen fehlen.
Das Leithagebirge selber ist zwar Forstwirtschaftlich und jagdlich stark
genutzt, aber sehr dicht bewaldet. |
  
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