Onlinetagebuch zur Expedition durch den Karpaten-Alpen-Korridor

3.Woche

Slowakei Österreich
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14.Mai

Mit der dritten Woche kamen heute Karin-Maria aus Deutschland und Karin aus Österreich an. Ich bin schon um 5:30 aufgestanden um mich im kalten Bach zu waschen. Das war auch nach einer Woche Schweiß dringend nötig. Die erfrischende Kühle der Morgenluft und das kalte Wasser empfand ich als sehr angenehm.

Thomas, Anja und Johannes sind gemeinsam von Trencin abgereist. Gerade bekomme ich eine SMS, dass Johannes wie bei der Anreise schon wieder Probleme mit der Bahn hat. Diesmal ist die Oberleitung defekt und er muss in Bratislava übernachten schreibt er.

Ich sitze am Computer und schreibe Emails, Tagebuch und arbeite. Ein Gewitter kühlt die Luft etwas. Alle anderen sind zu einem Ausflug ins nächste Dorf unterwegs.

Wir sitzen lange unterm Tarp am Abend bis dem Hans auffällt, dass die grüne Toilettenschaufel weg ist. Hans und Jürgen suche alles ab, finden sie aber nicht.

Hinderniss Stacheldraht

Diese Schafe wollten Shira um mir gleich folgen

15.Mai

Beim aufräumen nach dem Frühstück, findet Hans die Schaufel wieder. Sie war zwischen den Boxen im Anhänger eingeklemmt.

Es ist warm und wir laufen los, am Waldrand entlang von Horne Srnie bis nach Horna Suca. Wir laufen viel in der Sonne müssen aber kaum rauf oder runter. Spuren finden wir von Reh, Hirsch, Wildschwein, Dachs, und Fuchs aber keine von Wolf, Bär oder Luchs. Es ist eine sehr gemütliche Wanderung und es wird deutlich, dass Karin Maria mit der Wanderstrecken überfordert ist. Deshalb entscheide ich, dass Jürgen uns mit dem Wagen abholen soll, es ist schon 17:00 Uhr und damit ist es zu spät um die restliche Strecke von mind. 7km noch zu laufen.

Hier kommt dann der deutliche Vorteil mit einem Backup Team zu tragen. Karin Maria begleitet das Backup Team diese Woche. 

Jürgen und Hans haben einen schönen Lagerplatz für uns alle gefunden, bei einem Bauch und jungen Ziegen die ein paar Meter weiter spielen.

16.Mai

Da wir mittlerweile 1,5 Tage im Zeitplan hinterherhinken, entscheide ich mich ein Stück mit dem Fahrzeug zu überbrücken. Karin, Hans (er möchte heute mitlaufen) und ich starten am nördlichen Zipfel der Weißen Karpaten westlich von Nova Mesto.

Ein super schöner Weg der sich durch diesen ersten Teil dieses Gebirgszuges zieht. Diesem Ausläufer der Karpaten folgen wir in den folgenden Tagen bis kurz vor Bratislava.

Ich erfahren von der Luchexpertin in der Slowakei, dass hier vor 5 Jahren ein Luchs gesichtet worden ist. Allerdings würden Luchs, Wolf und Bär hier im Südwesten kaum eine Überlebenschance haben, weil die Jäger die sofort schießen würden.

Landschaftlich und von der Infrastruktur her betrachtet sollte es eigentlich kein Problem sein, für die Großräuber hier leben zu können.

Heute Abend ist unser Lager an einem See mit vielen Anglern auf einem ehemaligen Campingplatz.

Fast alle Wildtiere nutzen gerne Waldwege

Eine Strassensiedlung mit Zäunen über Kilometer über einen Pass. Kaum zu überwinden für Wildtiere.

17.Mai

Um 4:00 in der Früh werde ich vom Regen geweckt. Dem Land und dem Boden tut es sicher gut und ich hoffe, dass es nicht über den ganzen Tag so sein wird.

Doch es soll auf der ganzen Wanderung, die ich mit Karin mache regnen. In Dorfnähe schliddern wir im Matsch herum auf den Feldwegen. Im Wald geht es dafür sehr gut. Trotz Regen ist es so warm, dass ich im T-Shirt gehen und kann. Ich benutze dieses mal einen Regenschirm, weil ich noch keinen schweren Rucksack auf den Schultern trage. Die Wälder wirken wie in einem Park. Hohe Bäume und unten alles Gras. Zunächst müssen wir vom See der Strasse folgen bis zum Wanderweg. Das ist weniger schön, aber aus meiner Sicht interessant, weil ich feststelle, dass zwischen dem gestrigen Waldstück und der Fortsetzung heute ein Dorf liegt, das direkt durch das Gebiet führt und mindestens auf einer Seite Grundstücke und Wiesen mit hohen Zäunen geschützt werden. Erst weit hinter dem Dorf finde ich stellen, die für eine Wildtierpassage geeignet sind. Hier kommt es drauf an, dass zukünftig die Dörfer nicht auf diese Weise zusammenwachsen.

Um 14:15 erreichen wir Dobra Voda. Dort treffen wir uns mit den anderen um dann von hier mit Rucksack und Tarp bis im Wald zu verschwinden. Es regnet die ganze Zeit, der Boden wird entsprechend feucht sein. 

Man glaubt es kaum, aber je später der Abend wurde um so schöner wurde das Wetter. Karin und ich sind noch mit Rucksack ca. 1 Stunde gelaufen um im Wald eine feuchte aber schöne Wiese als Nachtlager zu finden.

18.Mai

In der Nacht kamen die Wildschweine, wir haben sie nicht gesehen aber gehört und Shira hat ständig warnend in mein Ohr geknurrt. Die Wiese rings um unser Lager war vom Tau und gestrigen Regen sehr feucht. Aber es warm und herrlich zu sehen wie der Nebel am morgen aus der Wiese im Sonnenlicht aufstieg. Um 9:00 brechen wir auf mit Sack und Pack durch schöne aber wirtschaftlich genutzte Waldlandschaften.  Neben uns springt plötzlich eine Hirschkuh aus dem Busch.

Wie schon die letzten Tage sind die Bilder kontrastreich. Erst Wald und plötzlich steht man vor der Strasse und fragt sich wie man denn da jetzt mit Hund und Gepäck rüber kommt. So ähnlich wird es den meisten Wildtieren ergehen.

Das Wetter bleibt schön warm und wir verschwinden auf der anderen Seite wieder im Wald.

Die letzten Kilometer müssen wir unerwarteter Weise auf Asphalt laufen. Der Wanderweg wurde vom Waldrand auf die Strasse verlegt. Sehr ungemütlich.

Dafür haben Hans und Jürgen ein Lager an einem See gefunden. Der Campingplatz ist noch nicht geöffnet. Langsam wird es schwer noch geeignete Plätze für gemeinsame Camps zu finden.

19.Mai

Heute kommt Jürgen mit, den Karin hat sich erkältet und gestern Abend leichten Schüttelfrost gehabt. Das erste Stück geht es mit Tagesrucksack auf einen Grad mit Aussicht über die Wälder bis in die Ebenen.

Am Nachmittag treffen wir auf die Anderen udn nehmen nach einem Picknick unsere Rucksäcke um für die Nacht im Wald zu verschwinden.

Wir finden ein Lager auf dem Grad in einem Wald.

Seit einigen Tagen bekomme ich von mehreren Seiten Meldungen, dass sich ein Braunbär in Österreich bis kurz vor die Bayerische Grenze gesichtet worden ist.

Die Meinungen dazu gehen in unterschiedliche Richtungen.

 

 

20.Mai

Der heutige Tag war kurz. Es waren nur 8km Luftlinien zu wandern bis zum anvisierten Lagerplatz kurz vor Bratislava noch immer auf dem bewaldeten Kamm. Wir haben aber festgestellt, dass es hier riesige eingezäunte Gebiete vermutlich für die Jagd gibt.

Am morgen hat es leicht geregnet, am Nachmittag wurde es warm .

Jürgen wird richtig fit, als er sieht, dass es nur noch 1 Stunde Laufzeit ist. Wir kommen nach 45min an.

Am Nachmittag bringen wir Karin Maria, und Karin aus Österreich nach BRatislava udn holen gelichzeitig Leonard und seine Tochter Christina ab. Beide waren schon im letzten Jahr bei der Expedition dabei.

Jetzt habe ich mir auch eine Erkältung eingefangen, kann kaum schlucken, udn entsprechend schlecht konnte ich schlafen. Nicht gut, vor der Marchüberquerung.