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Tagebuch "Der Weg der Wölfe" Expedition 2005: zu Fuß durch die Karpaten von Rumänien bis Deutschland über 2000 km.

   

8. Woche

Rumänien Ukraine Slowakei Polen                           

Deutschland

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Gerlinde                            Nele                                  Regina

       

Riccardo                             Stefan

20. Mai

Beobachtungen: Rehbock, Hirschkuh, viele Hirschspuren, Bärenlosung, Wolfslosung und Spuren, Luchslosung, Dachsspur.

Mein zweiter Tag an dem ich alleine unterwegs bin. Der Sturm hat zwar nachgelassen aber noch immer ging ein starker Wind und es regnete nicht mehr. Ich stand um 6:00 auf und war um 7:00 schon am wandern. Immerhin musste ich heute die Strecke die ich gersten nicht mehr laufen konnte nachholen. Das Wetter wurde immer besser. Auf dem Grenzkamm angekommen war der markierte Weg da und es gab nummerierte Grenzsteine. Soweit ich blicken konnte hatte ich Wald. Mal hatte ich eine Fernsicht nach Polen mal über die Slowakei. Es war ganz anders als die letzten Wochen in der Ukraine. Es gab überall Tierspuren, und selbst eine Bärenlosung fand ich. Ein Rehbock sprang weg, als ich Wasser an einer Quelle nachfüllte. Spuren und Losungen von Wölfen fand ich immer mal wieder. Leider waren die Losungen alle zu alte oder ausgewaschen. Jürgen meldet sich, dass er angekommen sei und schon ein Lagerplatz hat. Der Weg bis dort hin war noch weit und ich war schon etwas müde, weil ich recht schnell gegangen bin. Der Rucksack drückt jetzt auch auf die Hüfte und Schulter. Am Lager treffe ich meine neunen Begleiter. Riccardo, Regina, Nele, Stefan und Gerlinde.

21. Mai

Beobachtungen: Rehe, Hirsche, viele Spuren vom Hirsch, Wolfspuren und Losungen, Dachsspuren, Wildschweinspuren, Luchsspur

Wir besprechen die Wanderroute.

Ein zweitägige Tour ist geplant entlang der Grenze. Wir starten auf der Strasse bei Palota zur Grenze und beobachten gleich am Kamm einen Buntspecht, wie er einen Zapfen bearbeitet. Dann geht es in den Wald schon finden wir auf die ersten Wildtierspuren. Während des Tages erkläre ich die verschiedenen Spuren denen wir begegnen und erzähle etwas über die Baumarten. Wir sehen Rehe und Hirsche und später endlich auch die Wolfspuren. Der Tag ist warm und schön. Wir wandern nicht nur durch verschiedene Wälder sondern durchqueren auch noch ein Hochmoor. Echt super interessant wie unterschiedlich sich die Landschaft auf der Strecke zeigt. Wir schaffen die Tagesetappe nicht. Ein Glück, sonst hätten wir nicht einen so schönen Lagerplatz gefunden. Auf einer Wiese. Ich habe die Hoffung, dass wir am Abend oder am nächsten morgen Wildtiere am anderen Ende der Wiese sehen können. Wir bauen alle drei Tarps auf.

Am Abend kommt ein Jäger vorbei und will wohl fragen was wir hier machen. Merkt aber, dass wir deutsche sind und kein Wort verstehen. Er verabschiedet sich freundlich und geht wieder.

22. Mai

Beobachtungen: Rehe, Hirsche, Wolfsspuren und Losungen, Dachsspur

Am frühen Morgen schon vor 5:00 Uhr bin ich wach. Es ist schon recht hell. Kurz nach 5:00 kommt ein Reh auf die Wiese, dass ich fotographieren kann. Mal sehen wie es mit dem 300mm Objektiv geworden ist. Ein super Tag, blauer Himmel und gegen 9:30 brechen wir auf. Wieder sehen wir unterwegs Rehe und Hirsche. Ich muss allerdings feststellen, dass alle so konzentriert auf den Weg schauen um nicht zu stolpern, dass meistens nur ich die Tiere sehe.  Wir nehmen eine Abkürzung über Polen und gehen wieder auf den Grenzkamm hinauf. Oben treffen wir auf ein Pärchen, die von uns schon gehört haben. Jürgen hatte sie mitgenommen. Dann kommt uns Alan entgegen und sagt wir seien fast da. Ich dachte er macht ein Witz, denn ich bin noch von ca. 1std. wandern ausgegangen. Wir waren fast da, denn es gab einen Aussichtsturm der auf meiner Karte nicht eingezeichnet war. Auf dem Parkplatz wartete das Backup Team. Da hier kein Wasser war, sind wir runter ins Tal gefahren um dort zu Campen. Alle sind müde, wir haben aber die vorgenommen Strecke ingesammt geschafft.

23. Mai

Beobachtungen: Rehe, Hirsche, Wolfsspuren und Losungen, Fuchs, Dachsspur, Bärenspur

Nach einigen Überlegungen entschied ich mich dafür jetzt nicht mehr dem Grenzkamm zu folgen sondern quer Richtung südwesten zu laufen. Erstens möchte ich am Donnerstag im ersten privaten Schutzgebiet der Karpaten sein und zweitens muss ich eh Richtung slowakisches Paradies und Niedere Tatra laufen. Wir können dem europäischem Fernwanderweg E8 folgen mit leichtem Gepäck. Denn am späten Nachmittag treffen wir Alan und Jürgen wieder. Hier stehen überall Kriegsgeräte wie Flugzeuge, Panzer, Flags etc. herum. teilweise mitten auf den Feldern. Wie in einem riesigem Freilichtmuseum. Wir laufen los und finden gleich ganz frische Bärenspuren. Der Weg ist schön und abwechlunsgreich. Alte Wälder mit skuril gewachsenen Bäumen, insbesondere Buchen. Als wir im Dorf ankommen in dem Jürgen wartet, fängt Stefan an zum Auto zu joggen. Ihm tun die Füsse weh und er möchte so schnell wie möglich die Schuhe ausziehen. Nach 45min Pause packen wir jetzt die schweren Rucksäcke plus extra Wasser und wandern noch ca. 30min bis zum Lagerplatz oben auf einer Wiese neben einem alten Flugplatz. Es wird das Mückencamp, kein Wind, schwülwarm und wir schwitzen unter den Schlafsäcken um den Mücken zu entkommen. Alle werden wir ziemlich zerstochen, noch bevor der Tag vorbei ist.

24. Mai

Beobachtungen: Wolfsspur, Hirsch, Moskitos, Fuchs, Wildschweinspuren, Rehspuren

Es ging die Nacht so weiter, keiner konnte richtig schlafen. Erst am morgen als es gegen 6:00 zu regnete, waren die Mücken verschwunden. Bis nach dem Regenschauer um 7:00. Kurz vor 9:00 war alles gepackt und wir gingen runter in die Stadt Svidnik die wir durchqueren mussten. Da wir den Rest des Tages wieder ohne schwerem Rucksack laufen konnten, lieferten wir die Rucksäcke an den Fahrzeugen ab und nahmen Kurs auf den Wald. Es ging rauf auf ca. 600m. Es sind laut Karte 4,5 std. bis zum nächsten Treffpunkt und von dort nochmals ca. 3 std bis zum gemeinsamen Lager mit dem Backup Team bei Andrejova. Nele und Gerlinde laufen die zweite Strecke nicht mit. Nele hat sich eine Blase schon gestern wund gelaufen und Gerlinde hat Knieprobleme, und will es etwas schonen um später nicht humpelnd ganz ausfallen zu müssen. Erst auf diesem zweiten Stück treffen wir wieder auf Wolfsspuren und können diesen Spuren lange folgen. Shira hat sogar die Haare aufgestellt. Ich interpretiere es im Moment so, dass der Wolf erst vor sehr kurzem hier entlang ist. Das Shira die Haare aufstellt kenne ich nur wenn andere Hunde in der Nähe sind. Ich muss aber auch noch lehrnen ihre Anzeichen richtig zu interpretieren. Auf mein Heulen bekomme ich keine Antwort.

25. Mai

Beobachtungen: Reh, Hirsch, Spuren von Wildschwein, Hirsch und Reh. Keine Wolfspuren.

Es ist etwas bewölkt aber warm. Wir überspringen heute ein paar Kilometer, die wir ansonsten auf einer Strasse und durch Bardejov hätten laufen müssen (Wanderweg E8). Wir hängen eh etwas im Zeitplan und es wäre gut, wenn wir morgen schon recht früh zum privaten Schutzgebiet kommen. Dann können die den Ruhetag am Freitag in der Nähe von Sabinov irgendwo im Wald an einem Bach verbringen.

Die Gelegenheit nutzen wir zum Einkauf für die nächsten Tage.

Wir starten von Hervatov einen steilen Weg bis auf 900m hoch. Um Knie und Füsse zu schonen wollte ich über die Kämme bis zum Tagesziel laufen. Ein Umweg, aber wir müssen nicht steil runter oder rauf. Nach 15min. muss ich feststellen, dass dieser Weg wegen umgefallener Bäume eventuell schwerer wird als den Weg ins Tal und auf der anderen Seite wieder hoch. Also laufen wir die Strecke wieder zurück bis zur Weggabelung und laufen einen steilen Weg runter nach Krize einem ganz kleinen Dorf und dann wieder hoch auf ca. 1000m. Wir haben super Wetter und eine super Sicht, dafür schwitzt man halt etwas mehr. Oben finden wir einen sehr schönen Lagerplatz. Während ich Wasser hole (15min Fussmarsch) bauen Stefan, Nele, Gerlinde, Riccardo und Regina die zwei Tarps auf. Leider verpasse ich die Szenen die sich dabei abgespielt haben wie man die Tarps am besten aufbaut. Hätte ich gerne gefilmt. Während der Vorbereitungen unseres Abendmals bekommen wir Besuch von der Dame links im Bild. Eine Hirschkuh bleibt für einige Minuten ruhig stehen und beobachtet uns.

26. Mai

Beobachtungen: Spuren von Hirsch, Reh Wildschwein. Es soll hier im Gebiet zwei Wolfsrudel geben. Spuren haben wir noch keine gefunden.

Schon früh, 8:30 brechen wir auf um im Tal Andrei zu treffen, der uns zum ersten privaten Schutzgebiet in den Karpaten und in Zentraleuropa führt. Das Schutzgebiet wurde mit Hilfe von Spendengeldern von der Naturschutzorganisation " Wolf - Forest Protection Movement" aufgekauft. Zielsetzung ist es den Wald zu schützen und sich selbst zu überlassen ohne Eingriff der Menschen. Karl Friederich Sinner, der Leiter vom Nationalpark Bayerischer Wald ist Schirmherr von diesem ca. 35ha grossen Waldstück. Es hat einen symbolischen Karakter und soll demonstrieren, dass man den Wald in seiner Entwicklung und Existenz am besten sich selbst überläßt. Dieses Schutzgebiet wird "Wolf" genannt. Weitere Informationen über die Aktivitäten dieser Naturschutzorganisation werde ich in einer Zusammenfassung schreiben, wenn ich wieder in Deutschland bin. Für 25,-Euro habe ich selber symbolisch einen Baum gekauft um den weiteren Ankauf von Wälder zu unterstützen.