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Tagebuch "Der Weg der Wölfe" Expedition 2005: zu Fuß durch die Karpaten von Rumänien bis Deutschland über 2000 km.

   

1. Woche

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Deutschland

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Aufbruch

1. April

Beobachtungen: Bärenspuren, frische Wolfspuren + Losung, einen grossen Hrisch. 

Das Backup Team ist komplet. Morgens früh um 9:00 geht es los. Anwesend ist ARD Radio und TV und rumänisches TV. Leider haben Ralf und Michael absagen müssen.Am Abend lagern wir hoffentlich zwischen Poiana Maralui und Sinca Noua.

Wir sind mehr oder weniger pünkltlich aus der Schlucht am National Park Piatra Craiului gestartet. Vom ARD und vom rumänischen TV wurde der Start aufgezeichnet. Wir sind bis zur Wolfshütte mit Poiana und Crai gelaufen und dort gab es noch ein paar Interviews und TV- Aufnahmen. Die Kinder von Zarnesti Schule sind mitgekommen. Um 14.00 sind wir dann weiter gelaufen. Ein langer Fussmarsch durch das Barsa Fierului Tal. Dann kam ein ungemein anstrengender Aufstieg mit dem Zugwagen von Thilo. Die Mischung aus weichem Schnee und Bachwasser war knochenarbeit. Auf der anderen Seite mussten wir wieder runter. Um 20:30 waren wir am Lager das vom Backup Team vorbereitet wurde. Wir haben Spuren von Bär und Wolf gesehen und eine frische Kotprobe genommen. Einen Hirsch haben wir auch gesehen. Es wurde kalt in der Nacht.

Alan                            Ana                  Catalin                         Shira

Jürgen                            Markus                          das bin ich selber

2. April

Beobachtungen: 3 Rehe, Spuren und alte Losungen von Luchs, Wolf, Dachsspur

Wir müssen uns erst mal einrichten bis alles gut klappt. Um ca. 10:00 konnten wir starten mit leichten Gepäck durch den zweiten Abschnitt des Persan Gebirges. Ein schöner wenn auch nicht leichter Aufstieg über eine Hügelkette. Wir haben immer wieder Spuren vom Wolf und Luchs bzw. alte Losungen gefunden. Die Orientierung ist nicht leicht, weil es keine Wanderewege und nur eine alte Karte gibt. Wir müssen nach der Anstrengung des gestrigen Tages unsere Füsse schonen. Trotzdem verpassen wir in den Hügel eine Abbiegung und müssen runter und steil wieder rauf. Thilo schleppt als Photograph das schwerste Gepäck. Um 17:00 sind wir an der Hauptstrasse und kontaktieren das Backup Team. Die haben schon ein Lagerplatz gesucht und führen uns hin. Es wird wieder kalt. Es ist jetzt 20:00.

3. April

Beobachtungen: 2 Rehe, 6 Hirsche, alte Wolfspur, Waldkautz, Bärenspur kurz vor Strasse,

Es waren letzte Nacht -10°C. Zum Ausgleich haben wir am Tag wunderbares Wetter mit fast 20°C und Sonne pur. Erst am Nachmittag hat es sich etwas bezogen. Markus und ich sind alleine Unterwegs. Durch ein Gebiet ohne Wege. Ständiges Rauf und Runter schlaucht ungemein. Um 13:00 Uhr haben wir noch ca. 10km Luftline vor uns. Keine Quellen, weil wir nur noch auf den Hügelkämen gehen. Verliere meine Wasserflasche. Markus teilt den Rest seines Wassers mit mir. Um 18:00 kommen wir müde an.

4. April

Beobachtungen: 5 Füchse, 3 Eulen, 4 Rehe, mind. 8 Hirsche, Spuren von Bär, Wolf, Luchs, Dachs, Fuchs

Eine weitere Strecke durch die Persan Hügelkette. Wir finden einen alten markierten Wanderweg. wunderschöne Wanderung. Sehr lang. Um 14:30 sind es noch 9km Luftlinie. Der Wanderweg führt über jeden kleinen Gipfel. Am Ende müssen wir noch über einen Hügel um zum Lager zu kommen.

Um 19:30 kommen wir an. Alle sind sehr müde, das waren deutlich über 25km die wir gelaufen sind.

5. April

Pause! Nach all der Anstrengung durch die wegelose Wildniss habe ich allen eine Pause gegönnt. Wir waren einen halben Tag zu schnell und unsere Füsse benötigten dringend eine Auszeit um zu regenerieren. Ich nutze die Zeit um am Tagebuch zu arbeiten und einige Dinge vorzubereiten. Thilo und Markus sind mit Shira unterwegs um Motive für die Kamera zu finden. Ein schöner Ausblick unterstützt die Erholung. Mittags ruft WDR 2 an und fragt mich ob ich abends für ein Interview Zeit habe. Alles im allem ein gemütlicher Tag. Leider funktioniert die Infrarotverbindung zwischen Laptop und Handy nicht.  Wir haben weitere 5 km durch den weglosen Buchenwald umfahren um die Pause auch voll ausschöpfen zu können.

Thilo schlägt sich seinen Zeh blutig.

6. April

Beobachtungen: alte Luchslosung Wasseramsel und Thilo findet Wolf und Bärenspuren.

Markus und ich nehmen die Virghis Schlucht in Angriff. Thilo empfehle ich seine Verletzung erst etwas ausheilen zu lassen, um einer Entzündung vorzubeugen. Er will nur etwas herumlaufen in der Schlucht für ein paar Aufnahmen. Ein herrliche Schlucht mit abenteuerlichen Brücken. Die Shira muss ich tragen. Wir treffen Thilo und zusammen gehen wir auf einen Sattel über der Schlucht wo unser erstes Lager in der Wildniss aufgeschlagen wird. Thilo geht zum Auto zurück. Wir haben nur unser Tarp (die Zeltplane von Exped) dabei. Es gibt Suppe mit Nudeln. Ein schöner einfacher Tag.

Hallo „Zame“

Unser Camp liegt am Fuße der Hargitha Gebirges und ich genieße den Ruhetag bei schönstem Frühlingswetter.

Diese Gelegenheit möchte ich nutzen um allen meinen Bekannten und Freunden und meiner  Familie einen lieben Gruss zu schicken. Alle sind wohlauf ein super Team. Erstaunt bin ich über die schlechte Beteiligung aus der Schweiz bei diesem Projekt. Da bleiben bei mir doch gewisse Fragen offen.

Frage 1: Haben wir in der Schweiz nicht auch ein Problem mit Luchs, Bär und Wolf?

Frage 2: Wo bleiben unsere Tier- und Naturschutzverbände und Organisationen?

Frage 3: Kämpft da jeder für sich an verschiedenen Fronten?

Wäre es nicht Sinnvoll sich einmal Gedanken über solche Fragen zu machen?

 Gruß Markus

 
7. April

Die Nacht war etwas windig auf dem Sattel Shira hat Nachts ein Tier verscheucht, dass direkt neben uns im Wald war. Der Abstieg zum nächsten Camp geht durch eine malerische Tallandschaft mit sehr wenigen Häusern zu Beginn. Dann kommen wir in die Wochenendsiedlungen in der Nähe von Vlahita. Nach ca. 26km Wegstrecke verlassen wir das Persangebiet und erreichen das letzte Camp der ersten Woche am Anfang des Hargitha Gebriges. Wir sind genu im Zeitplan. Auf der Wanderung haben wir keine Spuren erkennen können. Um 16:30 sind wir am Lager. Sehr schön gelegen. Am Abend gab es Lagerfeuer und Musik zum Abschluss der ersten erfolgreichen Woche.