zurück zu "Der Weg der Wölfe" zu Human-Wildlife Info Kontakt

Tagebuch "Der Weg der Wölfe" Expedition 2005: zu Fuß durch die Karpaten von Rumänien bis Deutschland über 2000 km.

   

10. Woche

Rumänien Ukraine Slowakei Polen                           

Deutschland

Woche 1 2  3  4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16
 

Martin                             Mona                           Carolin

    

Sabine                             Ralf                                 Klaus (Photograph)

3. Juni

Ralf, der schon in Rumänien in der ersten Woche mitlaufen wollte ist jetzt dabei. Er hat mir schon eine SMS geschickt, dass er in Poprad ist. Carolin, Sabine, Mona und Martin sind um 8:30 mit dem Zug in Poprad angekommen.

Steffen, Tyhra, Diana und Wolfgang verlassen und erst am späteren nachmittag. Allgemeines treffen und fast alle gehen im verlaufe des Tages wandern. Finden Wolfspuren und Gerlinde hat sogar die Reste eines Rehbeines gefunden. Gerlinde bleibt noch etwas in der Slowakei. Wir bringen sie morgen in eine Pension.

Am Abends bringe ich Thyra, Steffen, Diana und Wolfgang zum Bahnhof nach Poprad. Der Abschied nach einer Woche gemeinsamen Spaß, schwitzen, schnaufen und Campen fällt schwer.

In Poprad hole ich noch Geld und gehe einkaufen.

Klaus gehört jetzt auch zum Team, ist zwar erst am Montag angekommen und bleibt für ca. 10 Tage.

4. Juni

Beobachtungen: alte Wolfslosung, Rehe, Hirsche, Spuren von Wildschwein, Reh und Hirsch.

Wir wandern einen steilen Hang hoch in der warmen Sonne. Weil der Wind ging hat man die intensive Sonneneinstrahlung nicht gemerkt und Mona litt am Abend unter leichter Übelkeit. Wir befinden uns überwiegend auf Wiesen und Fichtenwälder. Als wir fast oben waren folgetn wir einem romantischem Weg durch Blaubeeren in einem Fichtenwald. An einer Kreutzung verpassen wir den rechten Weg und einige sehen das Hinterteil einer Hirschkuh die schnell im Dickicht verschwindet. Als wir auf eienr Wiese ankommen so gegen 15:00 huscht noch ein Hirsch durch die Fichten und wir finden ein Stück weiter eine herrliche Wiese mit einem super Ausblick auf die gesamte Hohe Tatra.  Hier campieren wir und weil es noch so früh ist geniessen wir die Sonne. Am Abend können wir am Gegenhang Rehe beobachten die dort grasen und mehrfach rauf und runter laufen. Als es dunkel wird kommen immer mehr dunkle Wolken auf. Ich wollte eigentlich draussen schlafen, doch das Wetter war anderer Meinung.

                  

5. Juni

Beobachtungen. Rehe, Fuchs Spuren von Hirsch, Reh und Wildschwein. alte Losungen vom Wolf

Um 1:15 weckt mich Carolin dass es gefährlich ist auf der offenen Wiese zu zelten, wenn ein Gewitter kommt. Ich hatte noch gar nicht mitbekommen, dass zu regnen angefangen und es blitzte und donnerte. Vorher am Tag habe ich noch erzählt, dass ich einen leichten Schlaf habe.

Noch nicht ganz wach, aber doch etwas aufgeschreckt sagte ich nur, dass das Gewitter doch noch weit weg ist (oder etwas ähnliches). Dann hörte ich wie stark es regnete und die Blitze den Himmel stark erhellt haben. Ich wartete ca. 20min. um zu hören ob sich das Gewitter nähert oder nicht. Es zog in einiger Entfernung vorbei. Irgendwann in der Nacht hörte rief Carolin "Scheisse", Ralf der auf der anderen Seite neben ihr unter Tarp lag fragte was denn los sei. Sie kam irgendwie nicht aus dem Schlafsack raus. Sabine die unterm zweiten Tarp schlief meinte am nächsten morgen, dass Shira einmal kurz gebellt hat. Shira lag die ganze Nacht direkt an meinem Kopf, aber weder Ralf noch Carolin noch ich konnten uns an einen Beller erinnern.

Heute sind wir bis dicht vor Strba gelaufen. Während der Wanderung haben wir irgendwie über Essen gesprochen. Das artete dahingehend aus, dass wir uns intensiv über Torten und Kuchen unterhalten haben.

Interessant war, dass sich fast alle nach der Wanderung noch auf den Weg zu Fuß 2km in die Stadt gemacht haben. Als sie zurück kamen gab es für jeden ein Tortenstück (Cremtorte). Jetzt ist es 19:53 noch scheint die Sonne, super Blick auf die Tatra und sehr dunkle Wolken sind im anmarsch.

 

6. Juni

Beobachtungen: Bärenlosung

Hier kommt schon mal die Strecke, die wir in der Slowakei gelaufen sind. Um Bardajov sind wir mit dem Auto gefahren, weil wir im Zeitplan hingen und ich diese Stadt nur mit weiteren zeitverzögernden Umwegen umgehen hätte können. Von der ukrainischen Grrenze konnte ich nicht direkt loslaufen und musste ca. 20km fahren. Zum heutigen Zeitpunkt haben wir zwar die Hohe Tatra noch nicht überquert, aber sie Strecke steht schon fest.

Wir sind heute über Strba nach Strbske Pleso (Touri und Hotelort) gelaufen. Auf dem Weg haben wir sogar eine relativ frische Bärenlosung gefunden.  In der Umgebung konnten wir keinen Platz für unser Lager finden, also sind wir wieder runter in die Ebene gefahren um auf Klaus zu warten. Er kam gegen 18:20 an und hat schon die ersten Bilder machen können. Wir haben endlich mal einen schönen Sonnenuntergang.

 

höchster Punkt der Expedition

7. Juni

Beobachtungen: Murmeltiere, Hirschspuren, Wolfslosung, Gemsenspuren

Man kann es kaum glauben. Die Hohe Tatra ist in Watte gehüllt, anders ausgedrückt es ist so nebelig, dass man von den Berge nix sieht und es fängt an zu regnen. Klaus und ich fahren noch zur Nationalparkverwaltung in Tatranska Strba. Dort treffen wir auf den Direktor und dem Chef der Wildhüter und Aufpasser. Ich erkläre mein Projekt und bitte im Entschuldigung, dass ich erst jetzt den Kontakt aufnehme. Nachdem ich die geplante Strecke erklärt habe bekomme ich eine Zustimmung, diesen Weg zu nehmen, obwohl er noch bis zum 16.Juni gesperrt ist. Super.

Wir bringen den Wagen von Klaus auf einen bewachten Parkplatz und starten die Wanderung. Es regnet stärker und wir müssen unser Regenzeug anziehen. Der Weg ist sehr schön mit alten Fichten. Wir starten spät und erreichen gegen 13:00 die obersten See, der noch hald gefroren ist. Es geht steil bis auf 2180m hoch. Der Nebel ist gestiegen und wir können die umliegenden Berge sehen. Allerdings nicht allzulange. Gegen 14:00 sind wir oben und haben wieder eine Sicht auf das nun vor uns liegende gesperrte Tal. Ein Bärental, dort wo Bären überwintern. Murmeltiere beobachten uns und zeigen kaum Scheu. Wir steigen ab, nicht ganz ungefährlich, weil wir auf steilen Schneebrettern runter müssen. So tapfer meine Hamburger Begleiter sind, hier betreten fast alle Neuland. Trotzdem alle schaffen es heile und ohne Sturz runter zu kommen. Doch der Tag wird lang, denn wir müssen bis zu einer Schutzhütte laufen. Die Beine werden müde und der Weg zieht sich. So schön ursprünglich und wild der Wald ist, wenn die Kräfte nachlassen hat man dafür kaum noch den Sinn. Mitten im Wald finden wir die halb offenen Schutzhütten. Den Boden legen wir mit Fichtenzeige aus, die herumliegen. Klaus unc ich schlafen unterm Tarp. Glücklicherweise regnet es nicht mehr.  Mit froher Stimmung gehen alle schlafen und erholen sich für den nächsten Tag.

8. Juni

Beobachtungen: Hirsche und ein kapitaler 10 Ender. Spuren von Gemsen

Es wurde kalt in der Nacht. Es regnet und wechselt mit leichtem Graupel. Die Täler sind wie im Malbuch aufregend, wild und wunderschön. Hier sollen die Bären überwintern, doch spuren finden wir keine. Allerdings sind die Bären wahrscheinlich auch schon weiter unten, dort wo es mehr Nahrung gibt. . Wir schaffen im Graupelschauer den zweit Pass mit 1870m Höhe. Die Wege sind sehr gut markiert und im Prinzip auch gut instand gehalten. Gut, wir sind hier mit Sondererlaubnis und es sind noch nicht alle Brücken repariert und Reste von Lawinen müssen wir überklettern. Unten als der Wanderweg in eine asphaltierte Starsse übergeht treffen wir auf ein Pärchen die von Polen in die Slowakei gelaufen sind. Beide sind sehr freundlich und bieten uns von ihrem Käse etwas an. Er kommt aus England und sie aus der Czechischen Republik.

Wir sind früh dran als wir an der nächsten Schutzhütte ankommen und entscheiden uns zur nächsten zu gehen. Es ist ca. 15:00 und der nächste Pass 1670m liegt vor uns. Ich habe allerdings das Gefühl, dass es ein hartes stück Arbeit sein würde wenn wir noch weitere 2 Stunden gehen um über den Pass zu kommen und auf der polnischen Seite zu campieren. Wir finden einen Platz für alle drei Tarps, denn es ist schon wieder am Regnen und ziemlich kalt (5°C). Ekeliges nasskaltes Wetter. Kaum haben wir die Tarps aufgebaut, fängt es an zu schneien, dann wieder regen. Erst um 20:00 lässt der Regen etwas nach und alle rennen raus um das Tarp für die Nacht zu spannen und die Blasen sind auch reichlich voll. Ich gehe den Weg ein Stück hoch und sehe das Geweih eines grossen Hirschen vor mkr, dicht über dem Boden. Der Bast ist noch dran, sodass es pelzig aussieht. Der Hirsch steht auf der anderen Seite des Hanges und nur sein Geweih ist sichtbar. Schnell hole ich Klaus, doch als wir wieder dort sind ist der Hirsch leider wieder weg. Shira hat überhaupt keine Lust unter dem Tarp hervor in den Regen zu kommen und bleibt müde schauend liegen.

9. Juni

Es wurde weiss und eine Mischung zwischen Traum und Horror. Im Juni Schnee. Wir müssen über einen 1670m hohe Pass. Fast 20cm Neuschnee. Hier kommt Sabines und Carolins Bericht:

Die Hohe Tatra war schön, schrecklich, anstrengend und faszinierend. Sie hat zumindest uns an unsere Grenzen gebracht. Mit minimalem Gepäck angreist, waren wir auf einem plötzlichen WIntereinbruch gefaßt wie Peter. O-Ton Peter im Schneegestöber: " Wer Gamaschen hat, könnte sie jetzt anziehen!" Leider standen auf der Juni-Liste nur Sandalen.

Keine zerstörte Brücke über reißende Gebrigsbäche, kein Schneegestöber mit Sturmstärke, noch suizidale Wolfsschnecken im Tee konnten diese Gruppe schocken. Begleitet von einem Snickers vernichtendem Paparazzi namens Klaus, der als geübter Kletterer Peter in seiner Guide-Rolle unterstützt hat und unheimlich nett und hilfsbereit war, hat Peter Peter uns die BErge hoch unter runter getrieben. Hatte uns die vorherige Gruppe nicht vor seinem Tempo gewarnt?

Wir haben viel gesehen, viel gelernt, viel gelacht und die Anstrengung hat uns zu einem Team zusammengeschweist.

Peter, das war ein echtes Abenteuer und jeder von uns ist ein Stück gewachsen.

Sabine und Carolin